Modernes Führen: Entscheidungsprozesse gestalten

Wir lesen und hören immer noch, dass eine zentrale Aufgabe von Führungskräften darin gesehen wird, dass diese Entscheidungen treffen und eben auch dann, wenn diese für die Betroffenen unangenehm sein können und nicht allen gefallen dürften. Führungskräfte, die jetzt nicken, sehen sich dann sicherlich vor die Herausforderung gestellt, diese Entscheidung vertreten zu müssen und gleichzeitig eine gute Beziehung zum Team aufrecht erhalten zu können. Entscheidungs-Dilemma? Führungs-Los?

Wie Führungskräfte bessere Entscheidungen treffen und ihr Team erfolgreich einbinden

Da eine Entscheidung immer unter Unsicherheit getroffen wird, ist die lange nicht so bedeutsam wie der Entscheidungsprozess, welcher hingegen so optimal wie möglich gestaltet werden sollte.

Ein derartiger Prozess sollte kaum allein durch die Führungskraft als „einsamer Wissensturm“ bestritten werden. Dagegen ist es sehr sinnvoll, in diese Entscheidungsvorbereitung die Ressourcen und Potenziale aller Mitarbeitenden einfließen zu lassen.

Dabei wird nach unserer Wahrnehmung häufig übersehen, „Nicht-Wissen“ ebenfalls als Ressource zu betrachten. Das bedeutet, auch jene Personen in den Entscheidungsprozess einzubinden, die aufgrund ihrer fehlenden Fachkompetenz zum jeweiligen Thema im besonderen Maße geeignet sein könnten, einen kritischen Blick auf Sinnhaftigkeit und Nachvollziehbarkeit zu werfen.

Ressourcenvielfalt nutzen und Sicherheit und Vertrauen schaffen

Um diese Ressourcenvielfalt wirksam nutzen zu können, bedarf es einer ausreichenden Sicherheit jedes Beteiligten und eines entsprechenden Vertrauens in der Gruppe, dass mit jedem Beitrag wertschätzend umgegangen wird und dieser grundsätzlich als Gewinn für die gemeinsame Erkenntnisgewinnung gesehen wird.

Es sollte immer das Ziel von Entscheidungsprozessen sein, zu gemeinsam getragenen Ergebnissen zu gelangen, die für alle Beteiligten und Betroffenen akzeptabel und nachvollziehbar sind.

Damit das gelingen kann, spielt gleichfalls eine bedeutsame Rolle, WIE der Entscheidungsprozess inhaltlich geführt wird. Es bedarf einer gemeinsamen Zielklarheit, einer dezidierten Verständnissicherung sowie und im Besonderen eines präzisen und interessenorientierten Herausarbeitens jener Aspekte, die für die jeweiligen Teilnehmenden wirklich wichtig sind.

Interessen statt Positionen verstehen

Eine Führungskraft, die hier bei der Nennung von Positionen (die eine will das und der andere jenes) stehen bleibt, wird hingegen eher polarisierende und konfliktfördernde Entweder-oder-Diskussionen heraufbeschwören. Erforderlich für modernes Führen ist hingegen eine Sowohl-als-auch-Haltung, die vermeintliche Ambivalenzen als Chance begreift und kommunikativ in der Lage ist, diese interessenorientiert aufzulösen und weiterzuentwickeln.

Moderne Führung und kommunikative Führungskompetenz weiterentwickeln

Wie sich sowohl geeignete Entscheidungsprozesse gestalten lassen, um das eigene Team auf die Entscheidungsreise mitzunehmen, als auch wie die eigenen kommunikativen Führungskompetenzen weiter ausgebaut werden können, zeigen wir Euch in unserer 2-teiligen Führungs-Reihe

Mehr Informationen findet ihr hier.